Mein Yogaweg

Mein Yogaweg

Yoga bedeutet übersetzt: Einheit, Harmonie.
Körper und Geist sollen eine Einheit bilden und so zur Harmonie finden. Harmonie mit sich selbst, aber auch mit der Welt.
In Indien werden verschiedene Wege des Yoga praktiziert. Alle sollen zum Ziel der Harmonie führen. In der westlichen Welt wird Yoga überwiegend körperorientiert praktiziert. Erst seit kurzem wird der Focus vermehrt auch auf die geistigen Wirkungen gelegt.

Raja Yoga in erstaunlichem Einklang mit der Wissenschaft

Meinen eigenen Yogaweg lehne ich am Raja Yoga an. Gerade für das Thema Embodiment beschäftige ich mich darüber hinaus viel mit den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung. Es versetzt mich immer wieder in Erstaunen, dass ich bisher keine grundlegenden Widersprüche zwischen der westlichen Forschung und der Lehre des Yoga gefunden habe. Anscheinend sind die frühen Yogis durch intensive Beobachtung der Funktion des Geistes schon zu viel Wahrheit gelangt.

Raja Yoga ist darauf ausgerichtet, den Geist zur Ruhe zu bringen. Denn das ist nach dem indischen Weisen Patanjali das Ziel des Yoga. In seinen Yoga Sutras beschreibt er vor etwa 2000 Jahren den achtgliedrigen Weg dorthin. Ob es sich bei Patanjali um eine historische Person handelt ist nicht gesichert.

Der Weg des Raja Yoga wird in die folgenden Punkte unterteilt:
  1. Yama – Grundsätze für den Umgang mit anderen
  2. Niyama – Verhaltensgrundsätze für das Privatleben
  3. Asana – Körperhaltung
    Hier bezieht sich Patanjali auf den richtige Körperhaltung für die Meditation. Die bei uns bekannten Asanas sind wohl erst später entstanden.
  4. Pranayama – Atemtechniken
  5. Pratyahara – Zurückziehen der Sinne
    Der Geist löst sich langsam von der Konzentration auf die Außenwelt und wird offen für innere Vorgänge.
  6. Dharana – Konzentration
  7. Dhyana – Absorption
    Der vollkommene Zustand der Meditation.
  8. Samadhi – Überbewusstsein
    Das ist eigentlich keine Stufe mehr, sondern das Ziel.
Yoga Sutras als roter Faden für meine Arbeit

Ich nutze die Yoga Sutras inzwischen als den roten Faden, an dem entlang ich meinen eigenen Yogaweg und die Themen meiner Arbeit einordne. Viel mehr als ein roter Faden sind sie auch nicht, da sie sehr kurz gehalten sind und auch schon in ihrer Entstehungszeit nicht ohne Erläuterungen ausgekommen sind. Erläuterungen sind auch immer Interpretationen.

Diese können bekanntlich vielfältig sein. Jeder Interpretierende nutzt die alten Weisheiten, um seine eigene Sicht der Dinge zu begründen. Ich möchte sie als roten Faden nutzen, um meine eigenen Erfahrungen, die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft und die alten Schriften einander gegenüber zu stellen und den Nutzen für unsere heutige Zeit einzuordnen.
Für meine Einordnung nutze ich überwiegend die Übersetzung von T.K.V. Desikachar.

Die acht Stufen des Raja Yoga sind dabei nicht als ein Weg vom ersten bis zum letzten Punkt zu sehen. Ich habe, wie die meisten Menschen in der westlichen Welt, mit den körperorientierten Übungen begonnen. Veränderungen in Bezug auf die anderen Stufen haben sich wie von selbst eingestellt. Das war eine sehr faszinierende Erkenntnis. Zumal ich dabei nicht bewusst diesem Yogaweg gefolgt bin. Natürlich habe ich im Rahmen meiner Yogalehrerausbildung die Stufen des Raja Yoga kennengelernt. Nach der Ausbildung habe ich mich aber intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Hatha Yoga und den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft beschäftigt. Als ich mich nach längerer Zeit wieder mit den Sutras von Patanjali beschäftigt habe, erkannte ich die Zusammenhänge mit dem, was sich ganz automatisch bei mir verändert hatte.