Das gute Leben – ein Definitionsversuch

Viele Menschen, gerade in der westlichen Welt, sind auf der Suche nach dem guten Leben. Dabei denkt der Rest der Welt, dass wir genau das schon lange erreicht haben. Handelt es sich also um ein reines Luxusproblem?
Ein Luxusproblem ist es, weil die meisten von uns materiell gut abgesichert sind. Wir müssen weder hungern noch frieren und können uns mehr oder minder viel leisten. Dieser Zustand hält auch schon einige Jahrzehnte an. Trotzdem fühlen wir uns nicht alle wie im Schlaraffenland.

Folgende drei Aspekte sind meiner Meinung nach entscheidend für das gute Leben:

Selbstbewusst
Selbstbewusstsein wird in Zeiten der ständigen Konkurrenz mit Durchsetzungskraft gleichgesetzt. Dabei bedeutet das Wort an sich, sich seiner selbst bewusst zu sein. Die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu spüren, den Körper wahrzunehmen, die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen. Wer in diesem Sinne selbstbewusst ist, kann die eigenen Gefühle fließen lassen, kann die eigenen Stärken einsetzen, um die eigenen Bedürfnisse durchzusetzen und gelassen um Hilfe bitten, wenn die eigenen Fähigkeiten nicht ausreichen.

Maßvoll
Von klein auf durch die Werbung geprägt und zum Wohle der Wirtschaft definiert sich unsere Gesellschaft über den Konsum. Konsum verbraucht Zeit und Geld. Und mehr Ressourcen, als unser Planet zu geben hat. Dabei macht Konsum nachweislich nicht langfristig glücklich. Nur der Moment des Kaufs regt das Belohnungszentrum im Gehirn an. Danach können nur sehr wenige Dinge nachhaltig unser Glück steigern.
Wer sich seiner eigenen Bedürfnisse bewusst ist, kann auswählen und maßvoll mit Ressourcen umgehen. Den eigenen und denen unseres Planeten.

Zielgerichtet
Da unser Gehirn Veränderungen aber gar nicht mag, tun wir uns schwer mit Verhaltensänderungen. Auch wenn diese Veränderungen hin führen zum guten Leben.
So können wir uns jeden Tag wieder vornehmen, dem Umfeld gegenüber die eigenen Bedürfnisse durchzusetzen, keine Süßigkeiten mehr zu essen oder doch mal Fairtrade zu kaufen. Am Ende setzen sich die alten Gewohnheiten durch.
Um sich selbst und anderen gegenüber die Veränderungen durchzusetzen, die Sie für Ihr gutes Leben brauchen, sollten Sie ihre eigenen Verhaltensmuster gut kennen und wissen, wie der Weg zum Ziel gelingen kann.